Der seit März 2024 vierteljährlich erscheinende Comparis-Womo-Preisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH zeigt auf, wie sich die Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität (Womo) entwickelt hat.
Laut dem Womo-Preisindex sind im Februar 2025 die Preise für Wohnen und Mobilität in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der einen Warenkorb von über 1’000 Waren und Dienstleistungen abdeckt, stieg nur um 0,3 Prozent*. Gegenüber November 2024 sind die Preise im Schweizer Comparis-Womo- Preisindex unverändert geblieben (LIK: plus 0,5 Prozent*). Allein die Wohnungsmieten haben sich in den letzten 3 Monaten um 0,7 Prozent* erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind es gar 3,2 Prozent*.
Mehrkosten von 311 Franken für eine Familie
Wohnen und Mobilität machen bei einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz rund 40 Prozent des Budgets für den täglichen Konsum aus. Der Womo-Preisindex erfasst im Sektor Wohnen etwa die Preisentwicklung der Mieten und Energie sowie Güter des Hausrats wie z. B. Möbel. Im Bereich Mobilität sind es etwa die Preise für Benzin oder Diesel, fürs Auto oder die ÖV-Tickets.
Ein Anstieg des Womo-Preisindex um 0,7 Prozent heisst konkret: Hat eine Familie im letzten Jahr für die Wohnungsmiete monatlich 2’500 Franken, fürs Auto 1’000 Franken und für die ÖV-Tickets 200 Franken ausgegeben, sind die Kosten gegenüber Vorjahr um rund 26 Franken monatlich gestiegen. Auf das ganze Jahr gesehen ergibt das allein für Wohnen und Mobilität Mehrkosten von 311 Franken.
20-Jahres-Vergleich: Erhebliche Inflationsbeschleunigung in den letzten 4 Jahren
Die Inflation ist in den letzten Monaten zwar immer weiter gesunken – verglichen mit vor 4 Jahren ist sie jedoch markant gestiegen. Der Womo-Preisindex erhöhte sich in dieser Zeit um satte 9,7 Prozent. In den letzten 20 Jahren ist er um 21,2 Prozent gestiegen. Das zeigt: Die Inflation ist in den vergangenen 4 Jahren fast ähnlich gestiegen wie in den gesamten 16 Jahren davor, von Februar 2005 bis Februar 2021. Noch deutlicher ist es beim LIK. Die Teuerung in den letzten 20 Jahren betrug lediglich 11,2 Prozent*, wovon 7,2 Prozent* auf einen Preisanstieg in den letzten 4 Jahren entfielen.
Besonders die Energiepreise sind sehr stark gestiegen. Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) verteuerte sich in den letzten 4 Jahren um fast 50 Prozent, während der Strompreis um gut 40 Prozent nach oben kletterte. Zum Vergleich: In den letzten 20 Jahren verdoppelten sich die Preise für Energie zum Heizen mit plus 102,2 Prozent. Für Strom müssen 67 Prozent* mehr bezahlt werden. Auch Treibstoff verteuerte sich um 26,8 Prozent*. Davon ist rund die Hälfte auf Preiserhöhungen in den letzten 4 Jahren zurückzuführen.
«Energiepreise unterliegen sehr starken Preisschwankungen, da die Nachfrage auch sehr stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängt. Dennoch ist ein langfristiger Aufwärtstrend bei der Preisentwicklung zu beobachten», sagt Renkert.
Auch die Wohnungsmieten sind seit Februar 2005 mit 31,5 Prozent* überdurchschnittlich stark gestiegen. Verglichen mit vor 4 Jahren betrug die Teuerung 9,3 Prozent*. «Sicher haben auch die beiden Erhöhungen des Referenzzinssatzes zu diesem Anstieg beigetragen. Besonders treibt jedoch das zu geringe Wohnraum-Angebot die Mieten weiter nach oben», so Renkert weiter.
Es gibt jedoch auch Warenpreise, die in den letzten 4 Jahren zwar gestiegen, jedoch über einen Zeitraum von 20 Jahren gefallen sind. Dazu gehören etwa Occasionsautomobile und neue Automobile, die sich seit Februar 2021 um 8,8 Prozent* bzw. 4,0 Prozent* verteuert haben, jedoch im 20-Jahres-Vergleich um 26,2 Prozent* bzw. 8,7 Prozent* günstiger geworden sind.
«Vor der Corona-Pandemie sanken die Preise von Neu- und Gebrauchtwagen wegen intensiver Konkurrenz und technischer Fortschritte stetig. Erst durch die pandemiebedingten Lieferengpässe stiegen die Materialkosten. Das führte zu teils erheblichen Verzögerungen in Produktion und Auslieferung neuer Fahrzeuge und zog deutliche Preiserhöhungen sowohl bei Neuwagen als auch bei Occasionsfahrzeugen nach sich. Inzwischen hat sich die Lage jedoch beruhigt, und seit etwa zwei Jahren gehen die Preise wieder kontinuierlich zurück», erklärt Renkert.
Stärkster Preisanstieg in den letzten 12 Monaten
Besonders für die Motorfahrzeugversicherung mussten Herr und Frau Schweizer deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als noch vor einem Jahr. Der Preis stieg um 6,1 Prozent*. Kein anderes Produkt hat sich gemäss der Comparis-Analyse im Vorjahresvergleich stärker verteuert.
Gestiegen sind auch die Preise für Bodenbeläge und Teppiche, nämlich um 5,4 Prozent*. Das ist Rang 2 in der Teuerungshitparade. Der Preisanstieg für Wohnungsmieten (plus 3,2 Prozent*) war der drittstärkste. Auf Rang 4 und 5 folgen Dienstleistungen für Wohnungsreinigung und Dienstleistungen für Versorgung und Unterhalt der Wohnung mit plus 1,8 Prozent* bzw. 1,7 Prozent*.
Stärkster Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat
Vor 12 Monaten bezahlten Konsumierende für Elektrizität mehr als im Februar 2025. Gemäss der Comparis-Analyse sind die Preise im Vorjahresvergleich um 8,7 Prozent* gesunken.
Am zweitstärksten vergünstigten sich die Preise von Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme), sie lagen 7,4 Prozent tiefer als noch im Februar 2024. Weiter gesunken sind die Preise auch für Occasionsautomobile (minus 4,6 Prozent*), andere Möbel, zu denen Garten-, Schlafzimmer-, Küchen- und Esszimmermöbel zählen (minus 4,3 Prozent), sowie Küchen- und Kochgeräte (minus 3,7 Prozent*).
Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten unter 65 Jahren
Nach Haushaltstypen unterschieden, erlebten Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren in den letzten 12 Monaten die höchste Teuerung bei Wohnen und Mobilität. Sie fühlen aktuell eine Teuerungsrate von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Februar 2025 wurde für sie das Leben verglichen mit November 2024 noch einmal teurer, um 0,2 Prozent.
Rein rechnerisch spüren Paare ab 65 Jahren ohne Kinder prozentual am wenigsten. Mit einem Indexstand von 111,4 hat die gefühlte Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität bei Ihnen in den letzten 12 Monaten lediglich 0,1 Prozent betragen. Im 3-Monats-Vergleich verringerte sich die Teuerung für sie im Februar 2024 um minus 0,1 Prozent.
Tiefste Einkommensklasse spürt die Teuerung am meisten
In den Einkommensklassen zeigt sich: Das Leben hat sich im Vergleich zum Vorjahr für die tiefste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Womo-Preisindex ist für diese Klasse um 1,0 Prozent gestiegen. Verglichen mit November 2024 war die Teuerung unverändert.
Am schwächsten von der Teuerung betroffen war die höchste Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 0,5 Prozent gestiegen. In den letzten 3 Monaten war der Konsum für die höchste Einkommensklasse unverändert teuer.
Höchste Teuerung in der französischen Schweiz
Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die französische Schweiz verzeichnete mit plus 0,7 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber November 2024 stieg das Preisniveau um 0,1 Prozent.
Die vergleichsweise tiefste Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienische Schweiz mit plus 0,5 Prozent. Im Vergleich zu vor 3 Monaten blieben die Preise in den Bereichen Wohnen und Mobilität unverändert.
*Comparis-Womo-Preisindex
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK umfasst 12 Hauptkategorien, darunter auch langfristige Investitionen und Wohnungsmieten. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.
Der Comparis-Womo-Preisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH bildet die Inflation ausschliesslich in den Bereichen Wohnen und Mobilität ab. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Weiter wird ein geglätteter 20-Jahres- Preisvergleich berechnet sowie eigene Berechnungen für vereinzelte Produktgruppen angestellt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen des LIK/BFS.
Die
Datengrundlage für den Comparis-Womo-Preisindex besteht aus dem Landesindex der
Konsumentenpreise (
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